Stand: 30. Juni 2026. Dieser Artikel bezieht sich auf einen aktuellen Referentenentwurf zur Änderung des Tabaksteuergesetzes. Die geplanten Änderungen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beschlossen.
Die Liquidsteuer ist für viele Dampfer bereits seit Jahren ein wichtiges Thema. Seit dem 1. Januar 2026 liegt die Steuer auf Substitute für Tabakwaren bei 0,32 Euro pro Milliliter. Für eine klassische 10-ml-Flasche Liquid entspricht das bereits 3,20 Euro Verbrauchsteuer, bevor weitere Preisbestandteile berücksichtigt werden.
Nun liegt laut Verband des eZigarettenhandels (VdeH) ein Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums vor, der eine weitere schrittweise Erhöhung ab 2027 vorsieht. Für Kunden, Händler und Hersteller stellt sich damit die Frage: Was ist geplant, was würde das praktisch bedeuten und worauf sollten Dampfer jetzt achten?
Was ist aktuell passiert?
Der VdeH berichtet, dass ihm der Referentenentwurf zur Änderung des Tabaksteuergesetzes am 29. Juni 2026 um 14:30 Uhr zugestellt wurde. Die Frist zur Abgabe einer Stellungnahme endete bereits am Folgetag um 13:00 Uhr. Aus Sicht des Verbandes war diese Frist zu kurz, um den Entwurf umfassend mit Mitgliedsunternehmen abzustimmen und die wirtschaftlichen Folgen belastbar zu bewerten.
Inhaltlich geht es um eine weitere Erhöhung der Steuer auf Substitute für Tabakwaren. Dazu zählen steuerpflichtige Flüssigkeiten für E-Zigaretten. Wichtig: Es handelt sich aktuell um einen Entwurf. Ob, wann und in welcher Form die Änderung tatsächlich beschlossen wird, bleibt abzuwarten.
Welche Steuerstufen sind geplant?
Nach Angaben des VdeH sieht der Entwurf folgende Stufen für Substitute für Tabakwaren vor:
| Jahr | Geplante Steuer pro ml | Steuer auf 10 ml |
|---|---|---|
| 2026 | 0,32 Euro pro ml | 3,20 Euro |
| 2027 | 0,33 Euro pro ml | 3,30 Euro |
| 2028 | 0,34 Euro pro ml | 3,40 Euro |
| 2029 | 0,35 Euro pro ml | 3,50 Euro |
| ab 2030 | 0,36 Euro pro ml | 3,60 Euro |
Auf den ersten Blick wirken die einzelnen Erhöhungsschritte klein. Über größere Mengen betrachtet macht sich die Steuer aber deutlich bemerkbar. Bei 100 ml steuerpflichtiger Flüssigkeit wären es im Jahr 2026 bereits 32,00 Euro Steuer, ab 2030 nach dem Entwurf 36,00 Euro.
Was bedeutet das für E-Liquids, Longfills und Aromen?

Die Steuer wird volumenbezogen erhoben. Entscheidend ist also nicht, wie stark ein Liquid ist oder ob es Nikotin enthält, sondern wie viele Milliliter steuerpflichtige Flüssigkeit vorliegen.
Für Dampfer bedeutet das: Die Steuer betrifft nicht nur klassische 10-ml-Liquids. Auch Longfills, Aromen, Basen und Nikotinshots können je nach Produktform und steuerlicher Einordnung relevant sein. Gerade deshalb ist das Thema für alle interessant, die regelmäßig dampfen oder ihr Liquid selbst anmischen.
Weitere Informationen zum Unterschied zwischen Longfill, Shortfill und Aroma findest du in unserem Ratgeber Longfill, Shortfill oder Aroma?. Wenn du dein Mischverhältnis berechnen möchtest, hilft dir außerdem unser Liquid Rechner.
Warum kritisiert die Branche den Entwurf?
Der VdeH kritisiert vor allem zwei Punkte: die sehr kurze Frist zur Stellungnahme und die aus Verbandssicht fehlende Berücksichtigung des Schwarzmarkts.
Die Branche warnt seit Einführung der Liquidsteuer immer wieder davor, dass zu starke Preisunterschiede zwischen legal versteuerter Ware und illegalen Angeboten den Schwarzmarkt attraktiver machen können. Das ist nicht nur ein wirtschaftliches Problem für seriöse Händler und Hersteller, sondern auch ein Thema für Verbraucher- und Jugendschutz.
Denn legale Anbieter müssen sich an Steuerrecht, Produktsicherheit, Altersprüfung und Kennzeichnungspflichten halten. Bei illegalen Produkten ist genau das oft nicht nachvollziehbar. Für Kunden ist deshalb wichtig: Sehr günstige Angebote aus zweifelhaften Quellen können am Ende nicht nur rechtlich problematisch sein, sondern auch ein Risiko bei Qualität und Produktsicherheit darstellen.
Was sollten Dampfer jetzt beachten?
Zum jetzigen Zeitpunkt ist keine Panik nötig. Der Entwurf ist noch kein beschlossenes Gesetz. Trotzdem ist es sinnvoll, die Entwicklung im Blick zu behalten.
- Nichts überstürzen: Aktuell handelt es sich um einen Entwurf. Änderungen im Gesetzgebungsverfahren sind möglich.
- Auf legale Ware achten: Kaufe Liquids, Aromen, Basen und Shots nur aus seriösen, versteuerten Quellen.
- Schwarzmarkt meiden: Extrem günstige oder unversteuerte Angebote können rechtliche und qualitative Risiken bergen.
- Liquidverbrauch kennen: Wer regelmäßig dampft, sollte wissen, welches Liquidformat zum eigenen Gerät passt.
- Seriös informieren: Verfolge aktuelle Entwicklungen über Fachhändler, Verbände und offizielle Stellen.
Warum legale Produkte wichtig bleiben
Auch wenn steigende Preise für viele Kunden ärgerlich sind: Der Wechsel zu unversteuerten oder nicht nachvollziehbaren Produkten ist keine gute Lösung. Legale Produkte durchlaufen regulierte Vertriebswege, werden korrekt gekennzeichnet und unterliegen den Anforderungen des deutschen und europäischen Marktes.
Gerade bei E-Zigaretten-Produkten ist Transparenz wichtig. Kunden sollten wissen, was sie kaufen, von welchem Hersteller es stammt und ob es sich um korrekt versteuerte Ware handelt. Das gilt für fertige Liquids ebenso wie für Aromen und Longfills, Basen und Nikotinshots.
Unser Fazit
Die geplante weitere Erhöhung der Liquidsteuer ab 2027 ist für Dampfer, Händler und Hersteller ein wichtiges Thema. Noch ist nichts beschlossen. Klar ist aber: Jede zusätzliche Steuerstufe wirkt sich direkt auf steuerpflichtige Flüssigkeiten aus und kann die Preisstruktur im legalen Markt weiter verändern.
Aus unserer Sicht ist eine sachliche Debatte wichtig. Steuerpolitik sollte nicht nur mögliche Mehreinnahmen betrachten, sondern auch die Folgen für Verbraucher, legale Händler, Hersteller und den Schwarzmarkt berücksichtigen.
Wir beobachten die Entwicklung weiter und informieren dich, sobald es konkrete Änderungen gibt. Bis dahin gilt: Setze auf seriöse, legal versteuerte Produkte und lass dich bei Fragen zu Liquids, Longfills, Aromen oder Mischverhältnissen gerne von uns beraten.










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